Steuerliche Hilfsmaßnahmen für Unternehmen, Selbstständige & Freiberufler

Anpassung von Steuervorauszahlungen 
Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler können die Höhe ihrer Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer anpassen lassen. Gleiches gilt für den Messbetrag für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen. Hierfür können sie bei ihrem Finanzamt einen Antrag stellen. Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden als vor der Corona-Pandemie erwartet, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt. Die Liquiditätssituation wird dadurch verbessert.
 
Stundungen von Steuerzahlungen 
Unternehmen können aufgrund wirtschaftlicher Folgen der COVID-19-Pandemie in diesem Jahr fällige Steuerzahlungen auf Antrag befristet und grundsätzlich zinsfrei stunden. Diese Maßnahme betrifft die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer. Anträge sind bei ihrem zuständigen Finanzamt zu stellen. 
 
Vollstreckungsmaßnahmen werden ausgesetzt
Auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden soll verzichtet werden. Säumniszuschläge sollen erlassen werden. Dies betrifft die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer.
Bei den bundesgesetzlich geregelten Steuern, die von der Zollverwaltung administriert werden, sind die Hauptzollämter angewiesen worden, vergleichbare Maßnahmen anzuwenden. Anträge sind beim zuständigen Hauptzollamt zu stellen. Hierunter fallen folgende Verbrauch- und Verkehrsteuern: Einfuhrumsatzsteuer, Luftverkehrsteuer, Energiesteuer, Stromsteuer, Tabaksteuer, Kaffeesteuer, Biersteuer, Alkoholsteuer, Schaumweinsteuer, Zwischenerzeugnissteuer, Kraftfahrzeugsteuer. Sie gelten außerdem für die Versicherungssteuer und die Umsatzsteuer, soweit diese vom Bundeszentralamt für Steuern verwaltet wird. Informationen zu den Bewilligungsanforderungen, Fristen und aktuellen Entwicklungen erhalten Sie auf dieser Sonderseite des BMF: https://www.tinyurl.com/wnjgla5 sowie auf der Sonderseite des Zolls https://www.tinyurl.com/tpovjhd
 
Zahlung von Soforthilfen
Das Sofortprogramm (Soforthilfen) für kleine Unternehmen, Selbstständige, Landwirte und Freiberufler bietet Zuschüsse etwa für Miet- und Pachtkosten: Selbstständige und Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten können einmalig maximal 9.000 EUR erhalten, bei bis zu 10 Beschäftigten (jeweils Vollzeitäquivalente einschließlich Auszubildenden) stehen maximal 15.000 EUR für drei Monate zur Verfügung. Ansprechpartner für dieses Programm sind die Landesregierungen des Bundeslandes des jeweiligen Wohnorts. Ansprechpartner für die Sofort-hilfe des Bundes sind die Landesregierungen, die oft auch eigene Programme haben. Hier erhalten Sie eine Übersicht über die zuständigen Behörden oder Stellen in den Ländern: https://www.tinyurl.com/rd9v8cq. Außerdem informiert das BMF auf einer Sonderseite, was es für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen tut: https://www.tinyurl.com/s8mh7nl
 

Unterstützungen für Start-ups
Das BMWI und das BMF stellen Start-ups auf Grund der COVID-19-Pandemie staatliche Hilfen bis zu 2 Mrd. EUR zur Verfügung. Die Bundesregierung ergänzt damit die bereits bestehenden Unterstützungsprogramme um ein Maßnahmenpaket, das speziell auf die Bedürfnisse von Start-ups zugeschnitten ist. Start-ups haben darüber hinaus grundsätzlich auch Zugang zu allen Unterstützungsmaßnahmen des Corona-Hilfspakets. Jedoch passen klassische Kreditinstrumente häufig nicht auf die Bedürfnisse junger Start-ups.Alle Informationen rund um die Start-up-Unterstützungen bietet das BMWI (https://www.tinyurl.com/ush3844), das BMF (https://www.tinyurl.com/up7ew99) und die KfW (https://www.tinyurl.com/vt3d6dv).